Kolumbien - Land im Zwiespalt und der Gegensätze
 Kolumbien -Land im Zwiespalt und der Gegensätze  

Kolonialzeit

1499 unternahm Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci einen Beutezug mit drei Schiffen auf eigener Rechnung entlang der Venezuelanische Küste. Dabei entdeckten sie den Golf von Maracaibo und die Halbinsel Guajira.

 

Weitere Gebiete wurden wenig später durch Rodrigo de Bastidas und Juan de la Cosa entdeckt, erforscht und geplündert.

 

1508 begann Vasco de Balboa die Eroberung des Gebietes durch die Region von Uraba. Im Jahre 1513 entdeckte er als erster Europäer den pazifischen Ozean. 

Karbikküste bei Santa Marta

Unter der spanischen Krone wurden nach der Entdeckung in relativ kurzer Zeit, riesige Gebiete erobert. Die kulturhistorischen Schätze der Indios wurden geplündert und ausgeraubt. Indios wurden versklavt und unterdrückt. Die Gier nach Gold und Edelsteinen war die treibende Kraft der spanischen Eroberer. Die Spanier umsegelten Kolumbien bereits ab etwa 1500. Die erste spanische Siedlung Santa Marta wurde jedoch erst 1525 im Norden des Landes unter Rodrigo de Bastidas gegründet. Darauf folgten 1533 die Gründung von Cartagena de Indias sowie 1538 Bogotá, auf dem ehemaligen Stadtgebiet der Metropole der Muisca und später wegen seiner zentralen Bedeutung für die spanischen Besitzungen zur Hauptstadt und Sitz des Vizekönigreichs Neugranada erhoben. Cartagena entwickelte sich während der Kolonialzeit zu einem der wichtigsten und bestgeschützten Häfen der neuen Welt.

1537 drangen die ersten spanischen Eroberer unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vor und unterjochten die Chibcha. Sebastián de Belalcázar erobert aus Ecuador kommend den Süden von Kolumbien.

 

Dabei wurde die Bevölkerung insgesamt stark  durch die Einschleppung von Krankheiten wie den Pocken und ethnische Säuberungen dezimiert. Im 16. Jahrhundert schließlich begannen die Europäer damit, größere Menschenmengen zu versklaven und nach Europa zu bringen.

Nach dem Vorbild der Verwaltung Spaniens, wurde auch auf den Gebiet des heutigen Kolumbiens das System der Encomienda eingeführt. Bewährte Soldaten, privilegierte Edelleute und Vertreter der Kirche wurde die treuhändische Verwaltung der eroberten Gebiete und der darauf lebenden Bevölkerung übertragen. Sie hatten das Land zu verwalten, den Tribut einzutreiben, zu missionieren und verteidigungsbereit zu halten. Dabei nutzten sie das bereits vorhandene Verwaltungssystem. Die bisherigen indianischen Beamten, die Kazike trieben statt für die indianischen Fürsten nun den Tribut und Steuerleistung für den spanischen Patron und der Krone ein. Sorgten für Ruhe und Ordnung und teilten den dort lebenden Bauern das zu bearbeitende Land zu. Dafür erhielten sie entsprechende wirtschaftliche Vorteile. Da diese Funktion befristet und nicht vererbbar war, wurde versucht aus dem Privileg den größtmöglichen Profit herauszuschlagen. Dadurch wurde Korruption und Missbrauch Vorschub geleistet was heute noch ein großes Problem der kolumbianischen Gesellschaft ist. Die einheimischen Indianer waren erheblich schlechter gestellt als die eingeführten Sklaven. Sklave war ein Wert im Privatbesitz, die Indianer hatten keinen materiellen Wert und konnten auf brutalster weise Ausgebeutet werden. So wurden bis zur Abschaffung der Encomienda ganze Stämme ausgerottet.

Diarama Spanischen Krieg 1740 die Belagerung Cartagenas, Marinemuseum Cartagena

Bereits zu Beginn des 17. Jh. wurden Verstärkt, afrikanische Ureinwohner in die neue Welt eingeführt. Sie galten als robuster und für schwere Arbeiten besser geeigneter als die einheimischen Ureinwohner. Die Sklaverei ersetzten ab 1850 großräumig billige Tagelöhner. Die ehemaligen Sklaven blieben jedoch im Land, was sich später vor allem in der Kultur und Bevölkerungsstruktur Kolumbiens niederschlug. Eine große Rolle im Sklavenhandel spielt hierbei die Hafenstadt Cartagena de Indias als der größte Umschlagplatz für ankommende Sklaven und abgehendes Gold.

Atlas, geografisch und historisch der Republik Kolumbien, 1890. Agostino Codazzi

Der spanische König Philipp V von Anjou reformierte im 18 Jh. die gesamte administrative Struktur seiner Kolonien. In diesem Zusammenhang entstand 1717 das Vizekönigreich Neugranada mit der Hauptstadt Bogotá. Dabei wurde nach und nach das Verwaltungssystem Encomienda durch die Institution des Repartimiento ersetzt. Repartimiento verändert die Besitzverhältnisse. So wurden Spannische Siedler zunächst Eigentumsanwartschaften auf Grundstücken vergeben. Diese konnten sie dann später nach Urbarmachung erwerben, vererben und verkaufen. Durch den Aufkauf großer Ländereien entwickelte sich eine kleine Oberschicht von latifuntistas, den Großgrundbesitzer. Die maßgeblich die politische Entwicklung des Landes beeinflussen. Grundbesitz ist nach wie vor das Statussymbol der Elite. Kolumbien ist laut einer Studie1 das Land mit der größten Ungleichheit an Grundbesitz der Region, dort sind bei 0,4 Prozent der größten Landgüter 77,6 Prozent des Landeigentums konzentriert.

Im Verlaufe des 18. Jh. verließen immer mehr Indianer ihre Reservate, die in einer Reform 1595 zum Schutz der rapiden schwindenden Urbevölkerung errichtet wurden und verdingten sich auf den Haciendas der Großgrundbesitzer. Hier entstand eine immer größer werdende Mestizen Bevölkerung die rentabler arbeiteten als die Sklaven. Mestizen sind Nachkommen europäischer und indianischer Vorfahren. 53% der Bevölkerung Kolumbiens sind Mestizen2. Wobei man vorsichtig beim Sprachgebrauch sein sollte, da manches Ortes dies als Schimpfwort angesehen wird.

 

1„Vertrieben: Land, Macht und Ungleichheit in Lateinamerika“ Oxam-Studie 2016 vorgestellt in Bogota 2016

 

2 Fischer Weltalmanach 2007

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Aktualisiert: 27.10.2020

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