Kolumbien - Land im Zwiespalt und der Gegensätze
 Kolumbien -Land im Zwiespalt und der Gegensätze  

Cofanes

Diese Seite ist meiner ecuadorianischen Freundin Nidian Mercedes Caicedo Romo aus dem indigenen Cofán-Volk gewidmet. Sie ist unermüdlich ehrenamtlich tätig und kümmert sich um alte und kranke Menschen, die durch den Staat in Stich gelassen werden.

Cofanes oder A`i sind ein indigenes Volk, das in der Provinz Sucombéos im Nordosten Ecuadors und Südlichen Kolumbiens, zwischen dem Guamues River und dem Aquarico River beheimatet ist. Sie sprechen die Cofan-Sprache oder A`ingae, eine Sprache der Chibchan-Familie. Die Cofans sind eine alte Zivilisation der Chibchan und leben seit vielen Jahrhunderten in dieser Region.

In der vorspanischen Zeit bestand die Gesamtbevölkerung zwischen 15.000 und 20.000 Menschen. Heute zählt man nur noch ca. 1.500 Menschen. Besonders bedroht sind die Cofans im Kolumbischen Teil ihres Gebietes.

Laut José Sebastián Jansasoy von der Stiftung "Zio-Ai", die sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes des Cofán-Volks einsetzt, sind mit den besprühen von Mais, Yucca- und Früchtepflanzungen sowie wertvolle Medizinpflanzen in sieben Gemeinschaften vollständig vernichtet worden. Dabei hätten die Cofans seit zwei Jahren Verhandlungen mit staatlichen Stellen geführt und sich in einem Pakt zur freiwilligen Vernichtung ihrer illegalen Pflanzungen von Hand verpflichtet. Jagd, Fischfang und Landwirtschaft als traditionelle Lebensgrundlagen sind, so Jansasoy, vorderhand nicht mehr möglich. Zahlreiche Familien seien bereits über die Grenze nach Ecuador geflüchtet. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine von der Guerilla der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia verhängte 75-tägige Blockade das öffentliche Leben in Putumayo praktisch zum Erliegen gebracht und zu Lebensmittelengpässen geführt. Um den Jahreswechsel wurden drei führende Vertreter der Cofanes, darunter der Subdirektor der "Zio-Ai"-Stiftung, vermutlich von den im Gebiet vorrückenden Paramilitärs ermordet.

Im Rahmen des «Plan Colombia» setzt die Regierung in Bogotá im Kampf gegen Drogen und die linksgerichteten Guerillagruppen verstärkt auf das flächendeckende Besprühen von Kokafeldern aus der Luft. Allein im Januar 2020 wurden im Departement Putumayo an der Grenze zu Ecuador nach offiziellen Angaben 29 000 Hektaren Kokafelder vernichtet. Zwei Vertreter der Cofán-Indianer, deren ca. 600 Angehörige in mehreren Gemeinschaften in den Gemeinden Valle Guamuez und San Miguel wohnen, beklagten bei einem Besuch in der Schweiz, dass mit den Sprühflügen auch die Lebensgrundlagen vernichtet, Trinkwasser und Fischteiche verseucht würden, auch werde das Geflügel vergiftet, während die Kokafelder der großen Pflanzer in der Region weitgehend verschont blieben.

Im Laufe der letzten Jahrhunderte hatten die Cofans viele Begegnungen mit Europäern, den spanischen Kolonialtruppen, den Ecuadorianern und Kolumbianern. Sie versuchten ihre Unabhängigkeit gegen die spanische Kolonisierung im späten 16. Jahrhundert zu Verteidigen. In ihren Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit zerstörten sie schließlich die spanische Stadt Mocoa. Mocoa wurde 1563 von Gonzalo de Avendaño gegründet. Dieses führte zu einem zeitweiligen Rückzug der Spanier aus diesem Gebiet. Padre Rafael Ferrer, ein erfolgreicher Jesuiten Missionar, der 1602 Kontakt mit ihnen aufnahm, wurde erst verjagt, nachdem Soldaten und Kolonisten versuchten, seinem Beispiel zu folgen. Gelegentliche Besuche von Außenstehenden, die Gold, Land, folgten in den nächsten Jahrhunderten.

Der Amazonas-Gummiboom im 19. und früheren 20 Jahrhundert, sowie der Missionierung brachte verstärkten Kontakt zu fremden kulturellen und religiösen Weltanschauungen. Was noch schlimmer war, sie brachten Masern, Malaria und Tuberkulose mit. Diese Krankheiten ließen die Bevölkerung auf nicht mehr als 350 Personen sinken.

1967 wurden auf ecuadorianischen Gebiet nach Öl gebohrt. 1972 wurde eine Straße von Quito zur neuen Öl Stadt Lago Agrio gebaut und die Ölförderung begann. Es folgte die Kolonisierung durch landlose Bauern aus dem Hochland. Bis 1982 bestanden 47 % der Bevölkerung aus Migranten, von denen 70 % im letzten Jahrzehnt auf Grund des Öls angekommen waren. In der Zwischenzeit untergruben Ölverschmutzungen, Gasabfackelung und unbehandelte Abfälle die Umwelt und beeinträchtigten den Lebensunterhalt und die Gesundheit sowohl der Cofans als auch der Kolonisten.

Abfälle die Umwelt und beeinträchtigten den Lebensunterhalt und die Gesundheit sowohl der Cofans als auch der Kolonisten.

 

Der Regenwald um die Ölförderstätten ist in dieser Region so gut wie ausgelöscht worden, und die Umweltzerstörung gravierend.

 

In Kolumbien wurden die Cofan-Ländereien von Viehzüchtern, Kokabauern und auch von Ölgesellschaften illegal enteignet.

 

2008 errichtete Kolumbien auf einem großen Gebiet der Cofans ein Regenwaldreservat für Heilpflanzen. Das Reservat umfasst 10.626 Hektar tropischen Regenwald in einer Höhe von 700 bis 3300 Metern über dem Meeresspiegel.

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Aktualisiert: 27.10.2020

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