Kolumbien - Land im Zwiespalt und der Gegensätze
 Kolumbien -Land im Zwiespalt und der Gegensätze  

Erfahrene Computerfachleute arbeiten in ihrer Freizeit, um Hilfsprojekte in Kolumbien zu finanzieren

Gedanken zum Umweltschutz

Wenn ich mir den Umweltschutz in Kolumbien ansehe, habe ich leichte Bauchschmerzen. Ich sehe dort eine gewisse Zweispaltung. Die eine Seite, ich bezeichne es als Kollektives Bewusstsein erkennt sehr wohl das das Land in Gefahr ist durch zunehmender Besiedlung, Brandrodung, Monokultur, Herbizide oder natürlichen Umweltkatastrophen Stück für Stück ihre Naturschätze zu verlieren. Jährlich gehen etwa 7000km² Waldfläche verloren. Mit einer neuen Verfassung hat sich Kolumbien 1991 explizit einer nachhaltigen Nutzung verschrieben.

 

Nach dem Environmental Performance Index 2010 (EPI) rangiert Kolumbien unter den 10 Ländern der Welt, die ihre Umwelt am besten schützen. Ein gutes Beispiel für das Vorantreiben dieser Politik ist die Einführung des Umwelt-Siegels SAC in Hanel, Industrie und Tourismus sowie der Aufbau von Grünen Märkten. Etwa 12% der Landesfläche zählen bereits zu geschützten Gebieten. Dazu hat wohl der Film "Colombia magia salvaje" beigetragen und in zunehmenden Maße die Bevölkerung sensibilisiert. Der Film zeigt den Zuschauern die Landschaften und den Reichtum des Landes. Doch er macht auch die Gefahren für die Ökosysteme in Kolumbien deutlich. Zum Beispiel der illegale Bergbau, der die Urwälder im Amazonas oder an der Pazifikküste bedroht."

 

Leider funktioniert das aber nur soweit wie es die Konzerne zulassen. Ihr Profit darf natürlich nicht geschmälert werden. Hier ist es auch nicht anders wie in Deutschland. Lobbyisten, Bestechungen und Volksvertreter die auch für die Konzerne arbeiten, verstehen es sehr gut ihren Einfluss geltend zu machen.(Gesetz) In Kolumbien wird von Seiten der Regierungen auf Bergbau als Entwicklungsmotor gesetzt. Während die Einnahmen aus dem Rohstoffabbau die Kassen der internationalen Konzerne füllen, werden die Regionen um die Minen herum von sozialen Konflikten zerrissen. Den Preis, den der Bergbau fordert, zahlen vor allem die umliegenden Gemeinden: ihr Land, ihr Wasser, ihre Gesundheit stehen auf dem Spiel. Die langfristigen ökologischen Folgen der massiven Expansion des Bergbausektors sind nicht beziffert. Fest steht: der Bergbau verursacht gravierende Umweltschäden und stellt mehr und mehr eine Zerreißprobe für die Gesellschaften in Kolumbien dar. Im kolumbianischen Bundesstaat Guajira im Nordosten des Landes betreibt das Unternehmen Cerrejón einen der weltweit größten Steinkohletagebaue mit gravierenden Folgen für Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung im Umland. Die Macht und lokale Verflechtung des Unternehmens, das drei großen internationalen Konzernen gehört, ist immens. Die staatlichen Institutionen kommen ihren Verpflichtungen zum Schutz der Umwelt und Menschenrechte nicht nach. Die kolumbianischen Organisationen CAJAR, CENSAT und INDEPAZ begleiten verschiedene Gemeinden in der Guajira und unterstützen sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Der Wiederstand wächst zunehmend. (Gemeinden in Kolumbien stimmen gegen Bergbau; Immer mehr Gemeinden)Für Deutschland ist Kolumbien einer der wichtigsten Lieferanten für Steinkohle, doch deutsche Energieunternehmen wollen ihre Lieferbeziehungen nicht offenlegen und weigern sich, aus den bekannten Menschenrechtsverletzungen die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

 

Die zweite Seite ist das persönliche Umweltbewusstsein. Es ist einfach erschreckend zu sehen wie die Natur zugemüllt wird mit Plasteabfälle. Man kann sich bewegen wohin man will. Überall liegt das Zeug rum. Es ist ganz selbstverständlich das Verpackungsmaterial einfach wegzuschmeißen. Angesprochen auf diese Handlungsweise bekommt man nur ein Schulterzucken. Natürlich sollte man auch hier die politischen und historischen Hintergründe nicht außer Acht lassen.  Ein zentrales Problem Kolumbiens ist das Flüchtlingsproblem: Weltweit hat Kolumbien die zweitgrößte Zahl an Inlandsflüchtlingen. Hauptursache dafür ist, dass die Drogenkartelle die Landbewohner in vielen Bereichen Kolumbiens für ihre Zwecke missbrauchen. Was daraus resultiert sind unkontrollierbare Ansiedlung sowie Landnahme an den Stadträndern. Eine der Folgen: Ein riesiges Müllproblem, denn diese Randgebiete haben in der Regel keinen Anschluss ans jeweilige städtische Entsorgungs- bzw. Versorgungssystem. So wird der Abfall von über 50 Prozent der Stadtbevölkerung in den Flüssen oder wild in der Landschaft "entsorgt". Auf diese Weise entstehen nicht nur gravierende Umweltprobleme, sondern auch Gesundheitsprobleme für die Kolumbianer.

 

 

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zuletzt Aktalisiert: 15. August 2018

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