Kolumbien - Land im Zwiespalt und der Gegensätze
 Kolumbien -Land im Zwiespalt und der Gegensätze  

Chibcha

Die Chibcha waren eine Volksgruppe aus den kolumbianischen Anden und den heutigen Panama. Sie lebten zum Teil am Rio Magdalena, in der Nähe von Bogodá.

Goldmuseum Blick zum Goldmuseum Bogotá

Die Chibcha- oder Muiscas-Kultur entwickelte sich auf dem Cundimarca-Plateau. Dieses Plateau befindet sich in der Mitte der Andenkette und wird von zwei wichtigen Flüssen bestimmt, de Cauca und den Magdalena, die das Gebiet düngen. Mit mehr als 500.000 Einwohnern waren sie politisch stärker zentralisiert als jedes andere südamerikanische Volk außerhalb des Inka-Reiches. Die Ankunft der Chibchas im Zentrum Kolumbiens geht auf das 6. Jahrhundert nach Christus zurück. Die Überreste ihrer Handarbeiten, Goldschmiede und Produktionswerkzeuge werden im Goldmuseum im historischen Zentrum von Bogotá ausgestellt.

Cundiboyacense

Die Chibchas teilten sich die Chibcha-Sprache mit den Kogui aus der Sierra Nevada oder die Muiscas aus Mittelamerika, die sich in der Region Cundiboyacense niedergelassen haben. In Bogotá und in ganz Kolumbien werden viele Wörter verwendet, die aus der Chibcha-Sprache stammen. Obwohl dies eine Sprache ist, die von vielen als tot angesehen wird, wurden in letzter Zeit Anstrengungen unternommen, um sie zu retten. An der Nationalen Universität von Kolumbien zum Beispiel, wird Muisca unterrichtet. Dank dessen wurden mehrere Wörter gerettet und die verlorene Sprache besser verstanden. Obwohl es keine Muttersprachler gibt, haben die Spanier in einigen Texten ihre Grammatik, ihren Wortschatz und ihre Phonetik aufgezeichnet. Mit dieser und verschiedenen sprachlichen und ethnografischen Studien wurde die verlorene Sprache weitgehend wiederbelebt. Heute wird auch ein südamerikanisches Kulturareal zur Gliederung der Indigenen als „Chibcha“ bezeichnet.

Goldfigur Foto: Ethnologisches Museum, SMB - SPK

Nach der Inka-Ära haben die Chibcha durch Kaziken (Häuptlinge) kontrollierte Staaten gebildet, die, bis zur Conquista, kulturell sehr weit entwickelt waren. Es ist wahrscheinlich, dass diese Kultur gerade erst ihren Fortschritt begann, als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert erschienen. Zu diesem Zeitpunkt war die Chibcha-Kultur in Häuptlinge oder Lordschaften organisiert. Die wichtigsten waren die Guantená, Ircá, Hunsa, Tundama und Bacatá.

 

In kultureller Hinsicht ähnelten die Chibcha den Inka. Die Regierung war durch eine Monarchie absoluten Typs vertreten, die für die Häuptlinge zuständig war, die Zipa oder Zaque genannt wurden und deren Name je nach Region, in der sie ihre Regierungsverwaltung ausübten, unterschiedlich war. Diese Herrscher hatten absolute Macht und breiteste Autorität. Gehorsam ihnen gegenüber war unmittelbar und überragend. Es ist erwiesen, dass es keine Menschen der Antike gab, die solchen Gehorsam und Respekt erlangten wie die Herrscher der Chibcha-Kultur. Sie waren in einer Art Konföderation mehrerer Stämme organisiert, zu diesen zählten die Muiscas, Guanes, Laches, Pijaos, und Chitareros.

Kirche Heutiges Zipaquuira, Kirche Nuestra Señora De La Asucion

 

Der Herrscher in Zipaquira, der Hauptstadt im heutigen Kolumbien , regierte nicht ohne Schwierigkeiten über die unterschiedlichen Provinzen, da diese weitgehend autonom waren. Sie erhielten jedoch Steuern, die an die Ressourcen der jeweiligen Provinz angepasst waren. Die Abwesenheit einer gemeinsamen Verteidigung erklärt die Anfälligkeit des Imperiums, das ohne Schwierigkeiten durch die Spanier unterging.

Die spanischen Eroberer trafen um 1536 auf dieses Volk, was in der Folge zum Zerfall seiner sozialen und politischen Strukturen führte. Bis zum 18. Jahrhundert war die Kultur der Chibcha so gut wie ausgestorben

Zeichnung Hütte aus: Archiv Bogotá archivobogota.secretariageneral.gov.co/

In Bezug auf seine Architektur gibt es keine bedeutenden archäologischen Denkmäler. Die Konstruktionen der Häuser bestanden zunächst aus kreisförmig Hütten, aus Holz und Stroh gebaut und meistens gemeinschaftlich genutzt. Später wurden auch Stein verwendet. Es war ein Volk von geschickten und intelligenten Männern, die sich im Umgang mit Keramik und Metallurgie auszeichneten und im letzteren als wahre Lehrer und Handwerker angesehen wurden.

Sie waren ausgezeichnete Bauern, da ihre Ernährung auf Mais basierte. Die Chibchas bilden ein Volk des Übergangs zwischen den Zwischenvölkern und den Hochkulturen. Sie pflegten die Landwirtschaft mittels eines guten Bewässerungssystems. Ihre Tracht wurde aus Baumwolle gewebt. Sie waren als gute Goldschmiede bekannt. Die Schmuckstücke der Chibcha bestanden aus Blattgold und wurden durch feinste Strähnen und anthropomorphe Figuren verziert. 

Eine Muiscan Keramikfigur, Foto: Carlos Adampol Galindo, Museo del oro, Bogotá

 

In Bezug auf ihre Religion verehrten sie die Sonne, die sie Súa, den Mond, den sie Chía nannten. Besonders wurde Bochica verehrt, einen von der Sonne abstammenden Halbgott. Den sie als Verkörperung des Guten und des zivilisatorischen Geistes betrachteten. Ihre Religion scheint sich von anderen präkolumbianischen Kulturen nicht sehr zu unterscheiden. Die Religion wurde von einem erblichen, aber unorganisierten Priestertum dominiert, das zahlreiche Tempel und Schreine unterhielt und aufwendige, aber seltene öffentliche Zeremonien abhielt. Opfergaben, Im Besonderen aus Smaragden, Gold und Stoff, waren ein wichtiger Bestandteil aller religiösen Handlungen. Zu besonderen Anlässen wurden der Sonne Menschenopfer dargebracht.

Da die Abstammung matrilinear war, wurden Häuptlinge und religiöse Führer von den Söhnen ihrer Schwestern abgelöst, obwohl das Land patrilineal vererbt wurde. Die Erben wichtiger Ämter erlebten lange Zeiträume (6 bis 12 Jahre) des Fastens und der Abgeschiedenheit, um sich auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten.

 

Die Muiscas, nördlich von Zipaquairá ansässig, zeichneten sich durch die Beherrschung der Goldschmiedekunst so sehr aus, dass sie zu Hauptlieferanten des Inka-Imperiums wurden.

Einzigartige Juwelen mit den besten Smaragden der Welt präsentiert von Muzo Emerald

Sie hatten intensive Handelsbeziehungen zu den zentralamerikanischen Völkern, und es scheint, dass sie diejenigen waren, die die Inkas in diesen Regionen bekannt gemacht haben. Für ihre Handelsgeschäfte verwendeten sie eine Art Goldmünze oder Eibe und veranstalteten große Messen wie die in Zipaquirá Dort tauschten sie eine Reihe von Produkten wie Smaragde, Salz und Baumwolle aus. Bekannt ist, dass man Smaragde  als Tauschmittel verwendete.

Goldfloß von Eldorado, © Martin St-Amant, Wikipedia

Aus einer Chibcha-Tradition ist der Eldorado-Mythos entsprungen, der die Spanier nicht unmaßgeblich zur Erkundung und Eroberung Südamerikas trieb. Die Chibcha hatten den Brauch, ihren neuen König während der Inthronisierung mit Goldstaub zu bedecken. Der neue Herrscher sollte in der Sonne glänzen wie der Sohn der Sonne, als der er galt. Dieser König musste anschließend in dem heiligen Guatavita-See baden, während die Menschenmenge wertvolle Objekte in die Fluten warf. Als Zeugnisse dieser Zeremonie sind viele dieser Objekte im Museo del Oro in Bocotá ausgestellt, unter anderem das Goldfloß von Eldorado.

Im 18. Jahrhundert hörte ihre Sprache auf, gesprochen zu werden, und die Chibcha wurden mit dem Rest der Bevölkerung assimiliert.

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Aktualisiert: 16.10.09.2021

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