Kolumbien - Land im Zwiespalt und der Gegensätze
 Kolumbien -Land im Zwiespalt und der Gegensätze  

Erfahrene Computerfachleute arbeiten in ihrer Freizeit, um Hilfsprojekte in Kolumbien zu finanzieren

 

Reservat Biologica Caoba

Lageskitze Lageskitze
Reservatsschild Eingangsschild Caoba

Etwa eine Stunde von Santa Marta entfernt, befindet sich das Reservat Biologica Caoba und Eco-Lodge. Der deutsche Biologe Eberhard Wedler hat mit seiner kolumbianischen Ehefrau Gloria in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit dieses kleine Paradies geschaffen.

 

Das Reservat liegt am Rande der Sierra Nevada de Santa Marta an einem Gebirgsbach mit kristallklarem Wasser begrenzt. Rechts und links jeweils von Hügeln begrenzt. Auf einem ehemaligen Territorium eines Engeborenenstamm die von den Spaniern fast ausgerottet wurden.

Das Ehepaar forstete dieses 30 Hektar große Gelände wieder auf und versucht jetzt ihre Erfahrungen weiterzuvermitteln und versorgt Interessenten mit den Notwendigen Samen und Pflanzlinge.

Taxi Taxi-Santa Marta

Caoba befindet sich 11 km entfernt von Santa Marta und 8 km davon sind Schotterstraße. Da dieses Reservat auf dem Land liegt, gibt es keine richtige Adresse. Es gibt aber nur eine einzige Straße, die dahinführt. Das Reservat kann nur mit einem Jeep oder Moto Taxi erreichen. In Santa Marta nimmt man den Bus oder ein Taxi nach Bonda und steigt an der Polizeistation aus. Kosten des Busses, 1400 Pesos. Die Kosten des Taxis richten sich nach dem Startpunkt. Von der Polizeistation nimmt man ein Mototaxi. Kosten 12.000 - 14.000 Pesos. 

im Kofferradio Sardinenbüchse Jeep

 

Es wird auch eine Shuttle-Service angeboten. Entweder von Bonda, Santa Marta (Einkaufszentrum Buena Vista) oder Flughafen. Ich habe von der Polizeistation für 6 Personen 60000 Pesos bezahlt. Telefon /WhatsApp 0057- 3168325731.

E-mail: info@reservacaoba.com. INSTAGRAM: @reservacaoba

Blick aus dem Fenster Vorm Parkeingang

Mit dem überfüllten Jeep fahren wir ca. 8 km nach Paso del Mango und lassen uns gründlich durchrütteln. Hier an der Straßengabel nimmt man die Straße, die weiter geradeaus geht (nicht nach links abbiegen.). Nach weitere 2 km fahren, überqueren wir einen Fluss und fahren noch einmal 1 km bis zum Eingang des Reservats.

Nebelschwein Pecari

Am Eingang (3) werden wir gleich von einer Pecariweibchen im Gehege empfangen. Es sollen zwei sein, leider trotz intensiven Schauens habe ich nur dieses gesehen. Pekaris (Tayassuidae) auf Deutsch, Nabelschweine gehören zu den Paarhufern. Der Name Pekari entstammt der Sprache der brasilianischen Tupi-Indianer und bedeutet in etwa „Tier, das viele Wege durch den Wald macht“. Äußerlich ähneln Pekaris den altweltlichen Schweinen. Pekaris leben hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika. Auch der Südwesten der USA zählt zu ihrem Verbreitungsgebiet. Zur Nahrung dienen den Pekaris Knollen, Gräser, Samen, kleine Tiere, Eier und Früchte. Wildlebende Pekaris durchwühlen bisweilen auch landwirtschaftlich genutzte Felder. Sie leben normalerweise in Gruppen von 10 bis 100 Tieren. Leider ist der Rest des Rudels durch einen Unglücksfall abhanden abhandengekommen.

Brunnen Wasserbecken am Reservatseingang

 

Ein paar Meter weiter kommen wir zur (1) Lounge. Wenn man Glück hat wird man von der Tochter des Ehepaars empfangen. Sie spricht perfekt deutsch und kann vieles Erklären. Eintrittspreis für Tagesbesucher 10.000 Pesos, die bei Übernachtungen verrechnet werden. Die Übernachtungspreise richten sich nach der Art der Unterkunft. Wir haben ein Gemeinschaftszimmer mit sechs Betten genommen. Das schien uns ausreichend für eine Nacht zu sein. Check in: 14:00 - Check out: 10:00 für alle Unterkünfte. Es verfügt über eine Private Terrasse mit Hängematte, Sitzbereich, Wasser, Kaffeemaschine und Bad- mit Dusche.

Hängematte Terrasse

 

Gleich neben dem Empfang befindet sich eine offen überdachte Terrasse mit großem Esstisch. Dahinter abgetrennt Liegestühle und Hängematten. Diese Terasse dient als Restaurant. Es gibt feste Essenzeiten und muss vorher bestellt werden. Das Essen ist einfach aber sehr geschmackvoll. Alles wird frisch mit viel Liebe und Einfallsreichtum zubereitet. 

Bar Bar

Die Preise sind unglaublich günstig. Für Frühstück, Mittagsmenü und Abendbrot habe ich für pro Person 60.000 Pesos bezahlt. Ich frage mich Ernsthaft wie das der Besitzer kalkuliert. Getränke kann man den ganzen Tag bestellen. Neben dem Restaurant befindet sich eine kleine „Bar“ mit moderaten Preisen und gutes Sortiment. Vergessen möchte ich nicht zu erwähnen das in dem Hauptgebäude sich ein kleines Museum befindet das Gebrauchsgegenstände der indigenen Bevölkerung in seiner Ausstellung zeigt. In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, dass das wertvollste in diesen Naturpark die Mittarbeiter sind. Sie arbeiten dort mit viel Liebe, Freundlichkeit und Initiative. Man hat durchaus das Gefühl, zuhause bei seiner Familie zu sein.

 

Papagei Papagei

Nun – hinter dem Hauptgebäude befindet sich eine große Voliere (2) mit Papageien. Es macht Spaß diesen Vögeln in ihre kecke Art und Weise vom Liegestuhl zu beobachten. Papageien sind in sehr unterschiedlichen Lebensräumen zu Hause – vom tropischen Regenwald bis hin zur antarktischen Klimazone, von Küstenregionen bis zu hohen Gebirgen oder abgelegenen Inseln. 

Papagei Papagei

Die meisten Papageienarten haben ihren Lebensraum in tropischen Regenwäldern. Leider sind diese imposanten Vögel durch den rücksichtslosen Raubbau an die Natur, Wilderei und Klimaveränderung enorm bedroht. In Kolumbien gibt es 50 Papageienarten. Von diesen sind 10 Arten bedroht. Es ist deshalb besonders wichtig die junge Generation zu überzeugen sich für den Schutz dieser Tiere einzusetzen. Seit Jahren läuft mit großem Erfolg eine Initiative die „Slingshot Amnesty“ heißt. Diese Kampagne versucht unter anderem Kinder und Jugendliche zu überzeugen ihr Freizeitvergnügen mit Steinschleudern auf Papageien zu schießen aufzuhören.

tropische Pflanzen tropische Pflanzen

Den Namen hat das Reservat wegen der vielen Mahagonibäume (Arboles de Caoba) erhalten, die zur Aufforstung angepflanzt wurden. Herr Wendler hat von seinen Auslandsreisen auch viele Pflanzensamen mitgebracht, die im Bereich der Baumschule gezüchtet werden. Das Ergebniss seiner Sammlung sind zu sehen, indem man den ausgeschilderten Wegen (4) (5) folgt.

Teichanlage vorderer Teil der Anlage

So richtig neidisch bin ich auf die angelegten Teichanlagen. Es fällt mir auf das hier in der Anlage besonders viele mehr oder weniger kleine Teiche angelegt sind. Beginnend vom Eingang bis ende des Reservates. Interessant ist dabei die Wasserversorgung da viele der Teiche oberhalb des Baches liegen. Bei meiner Wanderung konnte ich sehen wie weiter oben eine künstliche Abzweigung geschaffen wurde dessen Gefälle nicht so stark wie der Gebirgsbach ist und vermutlich diese Wasserbecken mit dem notwendigen Frischwasser versorgen. (4) (5) (14)

Rotwangenschmuckschildkröte ??? Schmuckschidkröten

Diese Teiche sind Lebensraum für seltene Wasserpflanzen oder Tiere. Auch diese Schmuckschildkröten sind vom Aussterben bedroht. In Kolumbien werden in der Fastenzeit vor Ostern unvorstellbare Mengen von Schmuckschildkröten gefangen, da sie als Fisch gegessen werden dürfen. Zudem verkleinern Waldrodungen den natürlichen Lebensraum der Tiere. 

Erdkröte

 

Erst 2017 haben Forscher eine neue Schmuckschildkrötenart in der Grenzregion Kolumbiens zu Panama identifiziert. Erstaunlicher weiße sind sie nicht mit den benachbarten Schmuckschildkröten-Arten verwandt, sondern mit Schmuckschildkröten aus Brasilien, die durch den Amazonas getrennt in mindestens 3700 km Entfernung leben.

 

Natürlich wirken diese Wasserfläche wie Magneten auf andere Tierarten. So kann ein aufmerksamer Beobachter Insekten, Reptilien oder Amphibien so wie diese Erdkröte beobachten.

 

Baumhaus

Folgen wir den Weg weiter stoßen wir auf das Baumhaus. Das Baumhaus, gebaut auf einem Mangobaum. Es befindet sich neben dem Fluss und dem Reptiliengehege. Es hat einen Balkon mit Blick auf Fluss und Wald. Das Bad ist im Erdgeschoss. Hier können bis zu 3 Leute übernachten. Frisches Obst lässt sich unmittelbar von Baum ernten.

 

Es gibt noch eine weitere Unterkunft – das Gartenhaus für zwei Gäste

Schmetterling Tagesfalter

Weiter geht es zum Schmetterlingshaus (13). Ich freue mich sehr darauf, werde aber leider enttäuscht. Das Haus ist geschlossen. Wie ich später erfuhr wurde es teilweise durch ein Unwetter zerstört und wird durch die Papageienanlage ersetgzt. Was ich sehr schade finde. Eberhard Wedler hat in fast viermonatiger Arbeit die Fläche von ca. 200 qm gerodet, den eigentlich nährstoffarmen Boden mit selbst gemachtem Kompost versorgt, Futterpflanzen für Raupen und Falter gepflanzt und mit einer Voliere umgeben.

Nachtfalter Nachtfalter

Die Wenigsten wissen, das Kolumbien Exportland für Schmetterlinge sind. In vielen Zoos und auch in Botanische Gärten werden Schmetterlingspupen importiert, die bei uns Schlüpfen und so von einen breiten Kreis interessierter bewundert werden können. Heutzutage sind diese zarten Wesen bei uns nicht mehr sehr häufig. Wer Glück hat kann mal ein paar Kohlweißlinge oder Zitronenfalter fliegen sehen. Einen Admiral oder einen Schwalbenschwanz bekommt kaum noch einer zu Gesicht.

Arapaimas Arapaimas

 

Es gibt 7 Teiche in der Nähe des Flusses. In einem betreibt Eberhard Wedler Grundlagenforschung über die Züchtung des Arapaimas, einer schnell wachsenden Amazonas-Fischart. Arapaimas (14) gehören zu den größten Süßwasserfischen der Welt. Sie können über vier Meter lang in der freien Natur werden und ein Gewicht von über 130 kg erreichen. Der Arapaima gehört zu den ältesten Fischen im Amazonas und schmeckt so köstlich, dass seine Bestände aufgrund von jahrelanger Überfischung massiv zurückgegangen sind.

Teich Teichanlage mit Wasserpflanzen

Andere Teiche (5) (14)sind Lebensraum für seltene Wasserpflanzen oder Zierfische. Es ist schon ein Erlebnis Fische zu sehen die man selber im heimischen Aquarium für teures Geld erworben und gepflegt hat. Erstaunt ist man dann über die Größe dieser Fische. Da waren meine zu Hause regelrecht Zwerge.

 

Ein paar Schritte weiter treffen wir auf ein Gebäude (15) beschriftet mit „Aquarium“. Im Gebäude ein durchgehendes U-Förmiges Aquarium. Ich vermute das es Bachlauf darstellen soll. Leider war im Becken nicht viel zu sehen, da die Glasscheiben stark veralgt waren. Schade, es wäre viel daraus zu machen.

am Gebirgsbach am Gebirgsbach

 

 

Am Ende dieses Weges steht man am Ufer des Gebirgsbaches (16). Hier gibt es kleine Mulden im Bachbett die zu einem erfrischenden Bad einladen und kleine Wasserfälle sorgen für eine "natürliche" Dusche. An den Felsen finden wir eingeritzte Motive. Gleich beginnt eine Diskussion darüber ob es das Werk ehemaliger Bewohner den Taironas ist oder die Freizeitbeschäftigung von Besuchern des Parkes. Dieses Problem ist mitlerweile geklärt. Wie mir Katherine erklärtn sinddie Steinritze in Fluss, zum Teil  von den Tayronas gemacht und zum Teil von dem bisherigen Besitzer gemcht worden. 

 

gepflasterten Weg gepflasterten Weg

 

Herzstück des Reservats ist ein ehemaliges Dorf der Tairona, einem Eingeborenenstamm mit einer hervorragenden Kultur, die von den spanischen Eroberern fast vollständig ausgerottet wurden. Durch das Reservat führt einer der Haupthandelswege der Tayrona vom Meer zu den größeren Siedlungen in den Bergen, auch eine Mautstation soll sich hier befunden haben. Eberhart Wedler hat ein Großteil dieser mit unbehauenen Steinen gepflasterten Weg freigelegt und restauriert.

RUNDHAUS Haus im Stil der Eingeborenen

Auf den alten Siedlungsflächen haben die Wedlers im letzten Jahr zwei Gästehäuser im Stil der Eingeborenen errichtet. Auf dem Gelände des Reservats sind, unter Anleitung und Mithilfe von Mitgliedern des Stammes, die Nachbauten eines Versammlungshauses, eines Zeremonienhauses und einer Brücke, in Originalbauweise, entstanden. 

Zeremonienplatz Zeremonienplatz

Oberhalb der Siedlungsfläche, auf der Spitze eines der Hügel, befindet sich der ehemalige Zeremonienplatz (17) des Dorfes. Menschen mit dem Hang zur Meditation schwören auf die Aura dieses Platzes. Die Tradition der Kogi hatte im letzten Jahrhundert der Christianisierung von protestantischen und katholischen Gruppen sowie dem Aufschwung des Tourismus standzuhalten.

Tierschädel Hauch von Mystik

Auf dem Rückweg (18) kommen wir an Tierschädel vorbei. Welche Bewandtnis diese haben weiß ich nicht. Vielleicht eine Mahnung. Die spanischen Eroberer hatten vor allem Interesse am filigranen Goldschmuck der Einheimischen, weniger an den Indigenen - Konflikt vordefiniert. Durchgesetzt hat sich die bessere Waffentechnik, die Tairona wurden fast vollständig ausgerottet. Aus den wenigen Überlebenden des Gemetzels hat sich der Stamm der Kogi entwickelt. Sie werden weiterhin als die legitimen Nachfahren der Tairos angesehen.

Ein schöner Tag sollte auch so zu Ende gehen. Ein guter Grund sich am Abend auf die Terrasse zu setzen ein kühles Bier zu trinken und die Ruge zu genießen. Dabei lassen sich wunderbare Beobachtungen machen. Nachtfalter die vom Licht angezogen werden oder kleine Geckos auf der Jagt

Das Ehepaar Wedler sucht immer wieder freiwillige die für mindestens zwei Wochen helfen wollen. Die Art der Aufgaben hängen davon ab wie lange du hier helfen willst.

Kontakt

Peter Blöth
Bgm.-Schweiger-Straße  14
82389 Böbing

Rufen Sie einfach an unter

Telefon      +4988679197445

Whatsapp +4915254041127

 

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Aktualisiert: 26.09.2020

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